2026 – NUN ABER ENDLICH DER SCHWARZWALD

Himmel, tut das gut, der Bruthitze von Paris zu entfliehen ! Wir schreiben den 10. Juli und haben seit dem 2. Mai keinen einzigen Regentropfen mehr gesehen – mit Temperaturen von 30 bis zu 45 Grad. Hocherfreut und dankbar nehmen wir unsere Gästezimmer bei unseren Freunden in Herzogenrath und in Meerbusch in Beschlag und können endlich mal wieder mit einem kühlen Kopf durchschlafen ! Leckere Essen mit guten Gesprächen sowie ein Besuch im Kölner Dom und im Schokoladenmuseum runden diese Tage ab.

So beeindruckend schön wie Notre Dame in Paris.

Wir kommen sogar zu der Ehre, in der RHEINISCHEN POST abgelichtet zu werden, denn Regina  brauchte uns für ihren Artikel – und das Essen beim Inder war wirklich köstlich !

Nach einer langen aber zum Teil wunderschönen Fahrt durch das sommerliche Land, kommen wir nachmittags in HINTERZARTEN an und finden die ErlenBRUCKstraße 5 auch sofort. Leider zu früh gefreut, es ist die falsche Adresse ! Unsere Vermieterin gibt uns per Telefon nur den lapidaren Rat « weiter nach oben » zu fahren, « am Skimuseum vobei » und dann sei da der Erlenbruck 5. Ja, von wegen ! Wir müssen noch einen netten Herrn bemühen, der uns den Rat gibt, nach dem « griechischen Restaurant » weiter oben Ausschau zu halten, das sei es dann…. In den folgenden Tagen, werden wir mindestens 5 Sträßchen finden, die allesamt den Namen « Erlenbruck » tragen und danach EINE Nummer, denn es sind allesamt Stichstraßen. Höchst praktisch ….!

Leider erweist sich unser französisches Navi als nicht zuständig, denn es redet uns von « unbebautem Gebiet ». Dabei wäre es so einfach gewesen uns « Haus Erlenbruck, Hinterzarten » als Adresse zu geben, denn so findet man es im Netz auf Anhieb sogar mit Lageplan, denn bis zum Ort sind es mehrere Kilometer! Übrigens haben wir an dem dreistöckigen Gebäude nirgendwo die Nummer 5 entdecken können…

Nun gut, die Wohnung ist geräumig, praktisch und hat wunderbare Ausblicke auf das Erlenbruckmoor samt grasenden Kühen vom großen Balkon einerseits und auf den Garten des Nachbarn andererseits. Jeden Morgen werde ich so vom Vogelgesang geweckt, herrlich !                                 

In der Wohnung gibt es zwei  XXL-Fernseher aber kein einziges Buch. Leider auch keine Beschreibung von Wanderungen in der Umgebung. Offenbar wandert in dieser Familie kein Mensch und die Gäste müssen sich eben selber schlau machen. Nett ist anders, wenn ich das mit dem Verhalten unserer reizenden Vermieter im Elsass drüben vergleiche…Nun, wir werden im Kurzentrum fündig was die Karten angeht und die « nette » Dame unten am Desk unseres Gebäudes bringt es sogar über sich, uns mit einer Rolle Toilettenpapier und einem sauberen Küchentuch aus der Patsche zu helfen – allerdings unter Protest, denn « eigentlich haben wir ja mit Ihnen nichts zu tun ». Es sei nicht das erste Mal, dass sie « Aushilfe » leisten müsse – und offenbar hat sie es satt.Kann man ja verstehen.

Am nächsten Morgen fahren wir zum nur drei Kilometer weit entfernten TITISEE, von dem ich schon viel gehört hatte, als ich in den 70er und 80er Jahren in dieser Gegend für die deutsch-französischen Gesellschaften Konzerte gab.Nie hatte ich es geschafft, mal ein paar Tage länger zu bleiben, um endlich den Schwarzwald näher kennen zu lernen. Aber heute ist nun mal wieder ein Tag, an dem alles nur so flutscht : kaum kommen wir an dem kleinen Hafen an, sehen wir auch schon ein Schiff, das offenbar nur auf uns gewartet hat und auch sofort ablegt, als wir uns gesetzt haben. Wie schön ! Eine gute halbe Stunde schippern wir über den See und haben herrliche Ausblicke auf die Berge rundherum.

Wir hatten eigentlich vorgehabt, einmal um den See zu spazieren, aber da sich leider zwei sehr große Zeltplätze  breit gemacht haben, lockt uns das nun nicht mehr. Hingegen sehen wir das schöne Riesenrad der Stadt während der ganzen Rückfahrt vor uns und da kann ich mich sehr begehrlichen Blicken nicht erwehren… Mi mag kein Riesenrad fahren, deutet aber meine Lust dazu ganz richtig und lässt sich tatsächlich erweichen, wofür ich mich sehr bedanke, denn alleine macht doch sowas viel weniger Spaß !

Hach, ist es nicht herrlich ?! Ich bin sofort wieder höchstens 8 und genieße mit allen Fasern das Schaukeln und die wunderbare Aussicht auf den Ort, die Berge und auf den See.

Wieder unten, schlägt Mi vor, als Mittagsessensersatz hier passenderweise ein Stück Schwarzwälder Torte zu essen und ich stimme begeistert zu. Wenn nicht hier, wo sonst ? Sie ist absolut perfekt , geradezu himmlisch !!!

Um die Kalorien wenigstens ein kleines bisschen wieder abzubauen, gehen wir am Nachmittag in das im Erdgeschoss unserer Ferienwohnung untergebrachte große Becken schwimmen ! Sehr schön, da wir völlig alleine sind.

Am nächsten Morgen fahren wir zum SCHLUCHSEE, der uns allerdings gar nicht gefällt wegen eines recht kühlen Windes – wir sind immerhin auf über 800 m Höhe – und grauen Wolken. Ausserdem ;;;;;;;;; Daher gehen wir lieber in Hinterzarten einkaufen und bestaunen die schönen Häuser. Sie sind fast alle im üblichen Stil mit tief herunter gezogenen Dächern (gegen Wind und Schnee) gehalten sowie mit den berühmten roten Geranien geschmückt.

Am Tag darauf geht es endlich auf zu unserer ersten Wanderung, die netterweise gleich hinter unserem Haus beginnt. Eine gute Stunde geht es bergauf – bis über 900 m – auf steinigen steilen Waldwegen und nach einer kleinen Verschnaufpause auch wieder hinab, wobei ich höllisch aufpassen muss, trotz meiner guten Wanderschuhe nicht auszurutschen. Wir gehen wirklich « über Stock und Stein », begegnen anderen Wanderern und mehreren jungen Männern auf Moutain Bikes. Die Vögel zwitschern und es herrscht ein wunderbarer Frieden. Wir genießen ihn.

Der nächste Tag ist Sonntag und ich habe für uns eine Wanderung « gegenüber » von unserem Hang ausgeknobelt. Nach dem Parkplatz gehen wir zunächst am Rande der – wenig befahrenen – Straße entlang, bis wir auf 980m Höhe (nur 20m unter dem Brocken !) beim  MATHISLEHOF anhalten. Der hat sogar sein eigenes Kapellchen. Praktisch im Winter. 

Im Hofladen, der von einer jungen Frau geführt wird, gibt es Bio-Käse, Wurstwaren und regionalen Produkte sowie  Kuchen. Wir kaufen für mich ein Stück Käsekuchen und für Mi einen mit roten und schwarzen Johannisbeeren. Selbige werden uns auf dem flachen Wanderweg über den Kamm  mit wunderbaren Ausblicken aufs Land begleiten, denn weder Mi noch ich kommen auf den französischen Namen für rote Johannisbeeren. Alle anderen haben wir bereit : Erd-,Him-,Stachel-,Preissel – und Heidelbeeren sind kein Problem, nur die verflixten roten haben sich in unseren Gehirnwendungen verkrümelt ! (Groseille ist ihr Name).

Wir trösten uns mit den schönsten Kühen, die wir in unserem ganzen Leben gesehen haben : soooo ein seidiges Fell gibt es nur einmal, nämlich hier. Und elegant sind die drei auch noch !

Während wir gemütlich wieder absteigen, bewundern wir die Landschaft. Mir war tatsächlich noch niemals aufgefallen, wie viel schwärzer als Tannen die Fichten sind. Glücklicherweise gibt es hier auch sehr viel Mischwald, damit das Ganze  nicht zu düster wird und wirkt.

« Düster und bedrückend » sind leider die beiden Wörter, die mir als Erstes einfallen, als wir am Montag Morgen das FREIBURGER MÜNSTER betreten. Hier kann sich meine Seele nicht wohlfühlen und nach einem Stoßgebet finden wir uns auf dem quirligen Marktplatz vor dem Münster wieder, wo das berühmte ROTE KAUFHHAUS steht.

Selbiges zieht sofort alle Blicke auf sich und dafür wurde es 1520 auch gebaut : um vom Aufstieg und Reichtum der Stadt Freiburg zu künden.

Dieses Foto ist nicht von uns, (denn wir hätten dazu den Turm des Münsters erklettern müssen) aber ich finde es so schön, weil es die gesamte Architektur der Altstadt widerspiegelt. In der wir auch die berühmten « Bächle » finden. Seit dem Mittelalter urkundlich belegt, finden sich die mit Wasser der Dreisam gespeisten, künstlich angelegten Wasserläufe in den meisten Straßen und Gassen der Altstadt. Die Enten sind aber sicher neueren Datums…

Natürlich müssen wir auf dem Markt auch Obst erstehen (das hier leider genau so teuer wie in Paris und in Saint Maur ist) und sodann eine gegrillte Kalbswurst zünftig auf einer Bank verzehren, wie sich das gehört.

Und schon ist unser letzter Tag angebrochen und an dem werden wir die längste und auch anstrengendste Wanderung unternehmen ; es geht rauf, runter, rauf, rauf und runter – echt ! Aber wie Heinrich von Kleist auf dem sehr humorvoll gemachten « Naturlehrerpfad » sagt :

« Einen Lehrer gibt es, der ist vortrefflich, wenn wir ihn verstehen, es ist die Natur. » und wenn man mit einem so wunderbaren Wald für die Steigung entschädigt wird, steht alles zum Besten ! 

Doch wir sind noch nicht ganz am Ende unserer Ferien, es wartet noch ein Leckerbissen  auf uns in VITTEL, wo wir für eine Nacht ein Zimmer nahe dem Kurpark gebucht haben. Es ist eines der Hotel, die « zu seiner Zeit » ein wirklicher Palast gewesen sein muss, wovon heute leider keine Rede mehr sein kann. ABER der nette Mann an der Rezepteion weist uns ein Restaurant, das mitten im Kurpark liegt, gegenüber der berühmten Wandelhalle, wo man « seine Wasser nimmt » : LA ROTONDE.

Dort bekommen wir nicht nur einen schönen Tisch, sondern eine wunderbare Überraschung, nämlich einen « Kir à la Mirabelle ». Köstlich !!! Und für einen wirklich vernünftigen Preis geht es weiter mit einem fabelhaften « Fish&Chips » – mit Blick auf die Blumenrabatten. Herz, was willst Du mehr ? Nix, es waren einfach großartige Ferien !   

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